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NIE STEHT ES NICHT BEVOR. MINORITEN INTERMEDIALER SCHWERPUNKT 05

 

 

Petra Sterry, Sonja Ladstätter,

Irmgard Schaumberger

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20.00 Uhr      Vernissage Sonja Ladstätter, Petra Sterry, Irmgard Schaumberger (Minoriten Galerien) 

c) Petra Sterry, "Mortus Vivendi", 1994-2004

 

 

 

PETRA STERRY

 

 

Die Arbeiten der 1967 in der Weststeiermark geborenen Künstlerin Petra Sterry sind unverkennbar mit dem Thema „Tod, Sterben" verbunden. „Umkreist wird der Tod. Der Tod und seine Spießgesellen, die Gewalt, die Angst, das Prinzip Täter und Opfer." Die magisch-rituelle Auseinandersetzung mit dem Tod in der harten Umgebung des Landes in ihrer Kindheit ist der kreative Stoff für Sterrys Grafiken, Installationen, Objekte, Texte, Fotos, Filme, die buchstäblich unter die Haut gehen. Im Stiegenaufgang zeigt sie die großformatigen Wortspiele, ein „Jonglieren mit den Silben und die Sprünge von einer Nationalsprache in die andere. Und doch sind diese Arbeiten alles andere als vieldeutig; im Gegenteil, sie laufen hinaus auf die eine große Erfahrung, in der alles Polyglotte in sich zusammenfällt." (Rainer Metzger, „Mortus vivendi" (2004), Katalogbuch Petra Sterry) Und diese eine Erfahrung ist der Tod. Die Angst sitzt tief, angereichert mit Klage, ist sie lähmend wie nie: „dianxtis profunde/lemendo vinie".

Der „Weidesarg" von Petra Sterry ist dem „Tod des Vaters" von Sonja Ladstätter gegenüber gestellt: Eine Konfrontation mit dem letzten Korb, der uns decken wird, aber durchlässig, fast lebendig hier.

   

Kurz-Biographie: Geboren 1967 in Graz; 1986-1991 Studium an der Universität für angewandte Kunst in Wien.

1991 Abschluss mit Diplom; Lebt in Wien und in der Südweststeiermark. Preise / Stipendien: 2002 Bauholding Kunstwettbewerb, Sponsorenpreis; 2001 Kunstförderungspreis der Stadt Graz
2000 Arbeitsstipendium der Stadt Wien; 1999 Romstipendium (Bildende Kunst); 1995 Romstipendium (Fotografie), 2005 Staatstipendium für Bildende Kunst

 

 

 

SONJA LADSTÄTTER

Der "Tod ihres Vaters" ist ein Schlüsselbild in Sonja Ladstätters Werk: Das Bild ist fast 20 Jahre alt, es ist also das Werk einer damals 19-Jährigen verheißungsvollen Künstlerin, die am Mozarteum ihr Diplom gemacht hat und danach bei Markus Prachensky studiert hat. Ladstätters „Tod des Vaters“ ist zwar im Rückblick ein Schlüsselbild, ihre Bilder haben aber eigentlich das ungefähre Gegenteil von „Tod“ zu tun. Denn was wir hier sehen, erinnert vielmehr an Van Gogh, an Klee und die Poesie eines Lebenskampfes, der buchstäblich zum Schweigen bringt: existenzielle Verdichtungen farblicher Leichtigkeit. Denn das Erbe des Vaters ist der "Veitstanz": Sonja Ladstätters Bilder sind nicht Bilder des Toten- , sondern des Lebenstanzes. Grün, hell, kindlich bisweilen malt sie ihre Bilder, fortan.

   

Kurz-Biographie 1967 in Schladming geboren. Schon als Schülerin Trägerin zahlreicher Grafikpreise studierte das begabte Talent am Salzburger Mozarteum (Diplom), danach bei Markus Prachensky, anschließend bis 1999 Kunsterzieherin. Lebt nunmehr in Weiz.

 

 

 

IRMGARD SCHAUMBERGER

 

Klagen im Delirium des Schmerzes, stammelnde Sätze, Sätze post mortem erinnert sind drei Aussprüche, die Irmgard Schaumberger anlässlich des qualvollen Todes ihrer Mutter auf Gaze getippt und um einen Holzstab („Mother") genäht hat: In unterschiedlichen Phasen der Überstülpung, als einfaches Umkleiden, als Verbinden, als (Ent-)Kleiden lesbar, sind sie einzelne Momente der Auseinandersetzung mit der nackten Realität, denen „letzte Worte" aufgenäht sind. „Man den Fisch in Meeresöl herausbacken" (26.11.1999); "Die Flammen blühen schön gerade." (12.12.1999); "Es ist ja doch ein Leben." (21. 6. 2000).

   

Kurz-Biographie: 1960 in Graz geboren

lebt und arbeitet in Graggererberg bei Stainz (Steiermark)

Ortweinschule Graz, Abteilung Keramik bei Prof. A. Losert

Studium in Wien, Perugia und Linz, Diplom bei Prof. Praschak

seit 1988 Lehrauftrag für keramische Formgebung an der HTBLA für Kunst und Design, Ortweinschule Graz

www.kunstverkehr.at

 

 

 

 

 

Konzept: Johannes Rauchenberger, Birgit Pölzl, Florian Geßler, Eveline Koberg und Edith Draxl

Künstlerische Leitung des Projekts: Frauke Steiner