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>> Sery C >> Ruth Schnell >> Andréz Ramírez Gaviria >> Markus Wilfling |
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SERY C. |
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>> Kontakt |
Im ehem. Jesuitenkollegium schält sich dessen historisches Keller-Gewölbe. Die aus Farbgummi entstandene „Wandhaut" sinkt zu Boden. Abgestelltes, Keller und Geschichte werden radikal, scheidend weiter getrieben. Serys Malerei korrespondiert mit der Nicht-Malerei des Raums, die Schwerkraft und Spannkraft von Violett und Grün arbeiten an einen Neuentwurf einer häutlichen Malerei, die Sinnlichkeit, Geschichte und Entgrenzung scheidet.
Sery C. hat in ganz Europa würdige und weniger würdige Räume vermessen: Historische Wandelhallen, klassizistische Fassaden, Direktorenzimmer, Herrentoiletten... Serys Arbeiten sind raum- und ortsbezogen und unterliegen immer einem kommunikativen Prozess. Für den steirischen Herbst 04 hat er als Auftragsarbeit der Minoriten-Galerien einen bis vor kurzem noch als Abstellraum des ehem. Jesuitenkollegiums verwendeten Nicht-Ort farblich auf kraftvolle Weise zu rinnen gebracht und ihm eine zeitgenössische Malskulptur verpasst. Serys sich in den Raum erstreckende Malerei, die tastbare Substanz und eine sich im Raum befindliche Farbmaterie ist, handelt immer von räumlichen Objekten, die sich an reale Flächen anschmiegen – und, dem Gesetz der Schwerkraft entsprechend, abfallen und zu Boden sinken. Sery C. erkundet Räume, indem er sie mit einer von ihm entwickelten Farbgummimasse einhüllt, beklebt, um sie nach ihrer „häutlichen" Erstarrung wieder abzunehmen, sie zu schälen, mit ihr skulptural zu kämpfen. Mit der geronnenen Farbe, die wie nach einem Häutungsprozess von Fenstern, Nischen oder Wänden übrig bleibt, sprengt Sery C. in seiner künstlerischen Vorgehensweise nicht nur die Vorstellung gewohnter Malerei in Richtung Wand, Raum und Materialität auf, sondern geht auch in seiner Installation auf die tatsächliche Tektonik des gebauten Raumgefüges ein. Er dekonstruiert mit Hilfe von Farbe die Architektur und somit auch deren Raumgeschichte. Geworden ist in Graz ein „Engel-Face" ohne Engel, die Arbeit korrespondiert mit dem Mausoleum ausserhalb, das einmal Ausgangspunkt seiner Überlegungen war. „Engel-Face" ist eine dezidierte Kellerarbeit in einem historischen und bedeutungsträchtigen Gebäude, die aber wiederum den realen Kunstort weit entgrenzt. Johannes Rauchenberger
Sery C. wurde 1959 in Oberösterreich geboren, lebte die letzten 20 Jahre in Düsseldorf und ist seit 2003 Professor an der Akademie für bildende Kunst in Dresden.
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09. Oktober - 07. November 2004 |
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Kuratoren: Johannes Rauchenberger / Alois Kölbl
Ausstellungsort: MINORITEN-Galerien im ehem. Jesuitenkollegium/ Priesterseminar, Bürgergasse 2, 8010 Graz
steirisc[:her:]bst 04
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