<< next >>

 

 

 

 

NEUE MUSIK

 

 

NOMAD
InDust _ Ebene der Kommunikation versus Konfrontation

 

         << Home >>

 

 

   

 

>> Kontakt

 

MINORITEN: Wer hat InDust gegründet und zu welchem Zwecke?

Geßler: InDust wurde – wie Helmut Schäfer immer so schön sagt – aus der Notwendigkeit einer in Graz zu implantierenden Ebene zum Zwecke des Diskurses der Ernsten Extreme innerhalb der gegenwärtigen Kunst begründet.
Wobei für die jungen Künstler der Begriff Ernste Extreme einen neuen Begriff in der Liste der Begriffe darstellt, welche versuchen einem Ding einen Namen zu geben. Die beiden Gründer Christian F. Schiller und Helmut Schäfer unterscheiden sich grundsätzlich in ihrer künstlerischen Ausbildung. Und gerade darin sehe ich ihr hohes Potenzial als Kuratoren unserer neuen Reihe innerhalb des Minoritenprogramms:
Christian F. Schiller studierte an der Kunstuniversität Graz und ist als Komponist und Musiker tätig. Helmut Schäfer, musikalischer Autodidakt und als Komponist international tätig, konzentriert sich in seinen Arbeiten auf musikalisch assoziative Auseinandersetzung mit gegenwärtigen gesellschaftlichen Entwicklungen. Dabei benutzt er unterschiedlichste Klangquellen in Verbindung mit eigens dafür entwickelten Software-Instrumenten.

MINORITEN: InDust hat im vergangenen Jahr mit Veranstaltungen wie „in-dust.org ... und am Ende bleibt nur Staub" in der Grazer Postgarage, mit „vronlichnam = herrenleib" und „Sakra!" in der Kirche St. Andrä und der Komposition – Live Performance des Stückes „Schlagschatten" bei der Schlussveranstaltung zur Kulturhauptstadt Europas Graz 2003 Akzente gesetzt. Eine Weiterführung dessen wird bei den Minoriten ermöglicht?

Geßler
: Ja, es wird eine Veranstaltungsreihe in Kooperation mit den Minoriten geschaffen, die bereits seit Jahren der zeitgenössischen Musik eine konstant nutzbare Präsentationsplattform bieten.
InDUST wird sich dem Versuch stellen der Ernsten Extreme vor Ort ein Heim zu geben.
Unter anderem wurde bereits von Seiten InDust auch eine Kooperation mit der Galerie Kapelica in Ljubljana fixiert, welche nun auch die Möglichkeit der Präsentation ihrer Aktivitäten außerhalb der heimischen Grenzen sichert und zugleich den ersten Schritt in Richtung der Bildung einer Achse zwischen den Städten Graz, Ljubljana und in Folge Zagreb darstellt.

MINORITEN: Begonnen wird die Veranstaltungsreihe mit der Präsentation des Projektes NOMAD. Was steckt hinter diesem Kunstwort?

Geßler: NOMAD ist ein im Aufbau befindliches Netzwerk zur Verknüpfung von KünstlerInnen mit dem Schwerpunkt digitalisierter Musik und Video. Der Anstoß hierfür fand innerhalb zahlreicher Diskussionen von KünstlerInnen aus Serbien, Polen und Österreich statt.
Helmut Schäfer und Christian F. Schiller wollen damit das von Kuratoren leider oftmals gebrauchte Prinzip, Programme an Namen anstatt an Inhalten und deren Transformation zu orientieren, umgehen. Bevorzugt wird der ernsthafte und zugleich lustvolle Diskurs vor populistischer Wirkung, vor dem übervorsichtigen Umgang mit dem Begriff der elektronischen Künste.
Gemeint ist die tatsächlich vorhandene Kunst, welche innerhalb ihrer Realisierung digitale Vielfältigkeit auslotet und benutzt. Nicht gemeint ist Popkultur, welche sich der Digitalisierung zur Erreichung des maximalen Unterhaltungswertes bedient.

Das Interview mit Florian Geßler führte Barbara Rauchenberger

KÜNSTLERiNNEN

Zbigniew Karkowski, Komponist und Musiker (Tokyo)

Palsecam Medienduo (Krakow)

KDES Medientrio (Belgrad)

Karl Jensac, Komponist und Musiker (Österreich)

Gudrun Waneck, Videokünstlerin (Österreich)

Herbert Amreich, Videokünstler (Österreich)

Helmut Schäfer, Komponist, Musiker und Installationskünstler (Österreich)

Di. 12.10.2004

20.00 Uhr

 

Kleiner  Minoritensaal