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21. 04. 2004

MINORITEN Galerien, 2. Stock

19 Uhr

LEBEN DENKEN >>

[Open] university

UProf. Dr. Elisabeth List (Institut für Philosophie, KF-Uni Graz)
Was heißt leben?

aoUprof.i.R. DI Dr. Helmut Hönig (Institut für Organische Chemie, TU Graz): Überlegungen zu den molekularen Grundlagen von Leben und Sterben

Moderation: Rektor UProf. DDr. Gerhard Walter (Rektor der Med-Uni Graz)

 

Vortrag LIST: Die neuesten Entwicklungen in Medizin und Biologie haben der Frage neue Aktualität gegeben. Was ist es, was uns die Biowissenschaften über das Leben sagen? Lässt sich die Sicht der Biowissenschaften und der sich auf sie stützenden Biotechnologie auf Fragen des Lebens, wie sie sich alltäglich existenziell stellen, beziehen? Wird ihnen der distanzierende Blick und der objektivierende Gestus der Life Sciences gerecht?

Vortrag HOENIG: Es soll ein Bogen gespannt werden von den derzeitigen Versuchen, Leben auf molekularer Ebene zu definieren, von der Genesis und der Erbsünden-Geschichte zum evolutionsbiologisch relativ späten Einbau von "Sterbe-Genen",  von der Unsterblichkeit von gewissen Krebszellen bis zur Apoptose und den heutigen Bestrebungen und "Erfolgen",  Leben und Unsterblichkeit zu erreichen.

   

28. 04. 2004

MINORITEN Galerien, 2. Stock

19 Uhr

LEBENSBEGINN :

LEBENSENDE >>

[Open] university

UProf. Dr. Gottfried Dohr (Institut für Zellbiologie, Histologie und Embryologie, Med-Uni Graz)
„... jedem Anfang wohnt ein Zauber inne ...“
(H.Hesse)

 

UProf. Dr. Hellmut Samonigg (Medizinische Universitätsklinik Graz): Palliative care ‑ lebenswertes Leben bis zuletzt?

 

Moderation: Obmann Josef Pesserl (GKK Steiermark)

 

Vortrag DOHR: Biotechnologische Entwicklungen im Bereich der Fortpflanzungsmedizin wie z.B. das Klonen oder die Gentechnologie vermitteln den Eindruck, dass der Lebensbeginn und die frühe Entwicklung des Menschen durch neue Methoden und Techniken gestaltbar/beeinflussbar sind. Wir sind davon noch weit entfernt, können aber die faszinierenden Prozesse der Entwicklung menschlichen Lebens immer besser verstehen.

Vortrag SAMONIGG:  Moderne Medizinsysteme orientieren sich primär an Heilungsquoten, High-Tech-Betreuung, Patientendurchsatz und Kosteneffizienz. Die primär individuellen Bedürfnissen und Nöten gerecht werdende umfassende empathische Betreuung von Menschen mit unheilbaren, weit fortgeschrittenen Erkrankungen im Sinne von "palliative care" erfordert die Etablierung spezieller Einrichtungen, um auch für diese Menschen in einem modernen Medizinsystem ein lebenswertes Leben zu ermöglichen.

   

05. 05. 2004

MINORITEN Galerien, 2. Stock

19 Uhr

LEBENSLUST >>

 

[Open] university

aoUProf. Mag. Dr. Erna Pfeiffer (Institut für Romanistik,  KF-Uni Graz):
Liebes-Lust aus Sicht lateinamerikanischer AutorInnen

aoUProf. Dr. Otto König (Institut für Moraltheologie und Dogmatik, KF-Uni Graz):
Die zerstörte Spur
: Christen, Gott und die Lust am Leben

Moderation: Irene S.

 

Vortrag PFEIFFER: Im Vergleich literarischer Texte renommierter männlicher Autoren des 20. Jh. aus Lateinamerika (Cabrera Infante, Cortázar, Carpentier) mit neueren Texten von Frauen (Lucía Guerra, Luisa Valenzuela, Ana Istarú) werden unterschiedliche Zugänge zum Liebeserleben und Lustempfinden der Frau dargestellt.

Vortrag KÖNIG: Agape und Eros, Liebe und Lust sind im Prozess von Christentum und Zivilisation immer schärfer in Gegensatz geraten. Es soll den Ursachen des Verschwindens und der „Verteufelung“ der Lust in der Geschichte der abendländischen Religiosität nachgegangen und nach Möglichkeiten der „Versöhnung“ von Sinnlichkeit und Frömmigkeit gefragt werden.

12. 05. 2004

MINORITEN Galerien, 2. Stock

19 Uhr

„Der Gedanke des Todes ist unannehmbar“

[Open] university

Dr. Johannes Rauchenberger (Kulturzentrum bei den Minoriten): Führung durch die Ausstellung Anna und Bernhard Blume

Die Bilder der Blumes, radikale Metaphysikkritiker, sind der Serie „Prinzip Grausamkeit“ entnommen; kombiniert mit philosophischen Sentenzen von C. Rosset, die ebenso radikal wie schneidend sind. Knallbunte, ins Irreale und Groteske (durch digitale Bildbearbeitung) gebrochene Portraitbilder des Künstlerpaars verschmelzen mit einem Sammelsurium von Plastikobjekten aus der Welt der Gartenbaucenter, Heimwerkermärkte und Haushaltsabteilungen. Sie orientieren sich an „Passionsbildern“, verweigern aber jede Antwort der dort gestellten Fragen: sie sind durch und durch ironisch. Und deshalb ernst. >>

   

19. 05. 2004

MINORITEN Galerien, 2. Stock

19 Uhr

LEBENSZONEN

 

[Open] university

ao.UProf. Mag. Dr. Richard Sturn (Institut für Finanzwissenschaft und Öffentliche Wirtschaft, KF-Uni Graz): Schrankenlose Freiheit, schrankenloser Zwang: Zur Ambivalenz marktwirtschaftlicher De-Regulierung

UProf. Mag.Dr. Manfred Prisching (Institut für Soziologie, KF-Uni Graz)

Der Markt – in unserer Welt und in unseren Köpfen
 

Moderation: Stadtrat Mag. Dr. Christian Buchmann

 

Vortrag STURN: Der Markt als Ordnung, die ein Höchstmaß individueller Freiheit und Kreativität zulässt ‑ oder sogar zur Entfaltung treibt: Dieses Bild wird von Marktfetischisten benutzt, um den Markt als geradezu ideales Entwicklungsmilieu des schöpferischen Menschen darzustellen.

-  Der Markt als Zwangsmechanismus: Das zweite Bild benutzen Marktkritiker, um moderne Tendenzen der Entfremdung und Verdinglichung anzuprangern. Beides greift zu kurz. Problematik und Potentiale des Marktes werden erst sichtbar, wenn der innere Zusammenhang dieser beiden Bilder – gleichsam zwei Seiten einer Medaille – deutlich gemacht wird. Darum bemüht sich dieser Vortrag.

Vortrag PRISCHING: Der Markt ist der Prozess kreativer Zerstörung. Er ist „kreativ“, weil er Neues schafft – und dazu antreibt, drängt, zwingt. Er ist „zerstörerisch“, nicht nur, weil er  das Alte überwindet, sondern auch, weil er – gerade in diesen Jahren - alles in seinen Sog bringt. Alle Lebensbereiche werden „vermarktlicht“, und der „Markt in unseren Köpfen“ erschöpft sich in der Botschaft: Das Leben besteht aus Geldverdienen und Spaßhaben.

   

26. 05. 2004

MINORITEN Galerien, 2. Stock

19 Uhr

LEBENSSCHULE

 

[Open] university

UProf. Dr. Alfred Gutschelhofer (Rektor der KF-Uni Graz)
Die Lebenspartnerin Universität und ihre Koordinationsaufgaben im Rahmen des strategischen Bildungscontrolling

Mag. Dr. Siegfried Barones (Direktor der Pädagogischen Akademie der Diözese Graz-Seckau):
Was bleibt von der Bildung?

Moderation: HR Mag. Dr. Horst Lattinger (Amtsf. Präs. d. LSR f. Stmk.)

 

Vortrag GUTSCHELHOFER: Die Rolle der Karl Franzens-Universität am Bildungsplatz Graz und die Potententiale für eine lebenslange Bildungsbegleitung durch die Universität. Durch das UOG 2002 und den damit verbundenen Strategieprozess ergeben sich neue Möglichkeiten zur Positionierung im Bildungssystem. Auf diese Überlegungen im Konnex mit der steirischen Bildungslandschaft soll in diesem Vortag eingegangen werden.

Vortrag BARONES: Der Mainstream der Bildungspolitik in Europa sieht Bildung vorrangig als zentralen Schlüssel zur Stärkung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Demgegenüber ist ein umfassender Bildungsbegriff zu vertreten, der auf Selbstbestimmung, soziale Verantwortung und kulturelle Kompetenz Wert legt.

   

02. 06. 2004

MINORITEN Galerien, 2. Stock

19 Uhr

LEBENSGRENZEN  >>
[Open] university

aoUProf. Dr. Marguerite Dunitz-Scheer (Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde Graz)
Wenn der Anfang nicht so einfach ist …
Umgang mit frühen Grenzerfahrungen

UProf. Dr. Horst Richard Noack (Institut für Sozialmedizin und Epidemiologie, Med-Uni Graz)
Im Strom des Lebens - Lebensgrenzen und Lebenschancen älterer Menschen

Moderation: Stadträtin Tatjana Kaltenbeck-Michl

 

Vortrag DUNITZ-SCHEER: Frühe Grenzerfahrungen prägen die Entwicklung eines Menschen nachhaltig. Bereits Kinder und Jugendliche erfahren Lebensbegrenzungen, die es zu bewältigen und ins weitere Leben zu integrieren gilt.

Vortrag NOACK: Im letzten Lebensviertel häufen sich bei vielen Menschen Bewältigungs- und Sinnkrisen, die das Leben erschweren und begrenzen. Sie resultieren oft aus Verlusterfahrungen, die insbesondere einsame und ärmere Bevölkerungsgruppen belasten. Reiche Gesellschaften verfügen über genügend Ressourcen, den Betroffenen zu helfen und allen Menschen eine angemessene Lebensqualität zu ermöglichen.
 

   

09. 06. 2004

MINORITEN Galerien, 2. Stock

19 Uhr

ÜBERLEBEN
[Open] university

UProf. Mag. Dr. Wolfgang Benedek (Institut für Völkerrecht und Internationale Beziehungen, KF-Uni Graz)

Menschliche Sicherheit und Armutsbekämpfung

Ao. UProf. Dr. Karin Schmidlechner-Lienhart (Institut für Geschichte, KF-Uni Graz): Zur „Feminisierung der Armut“

Moderation: Mag. Gabi Grundnig (Bildungsreferentin bei Welthaus Graz)

 

Vortrag BENEDEK: Überleben ist heute eine Frage der menschlichen Sicherheit, welche im Bereich der wirtschaftlichen und sozialen Rechte ebenso bedroht ist, wie durch innerstaatliche und internationale Konflikte. Dabei kommt der Armutsbekämpfung besondere Priorität zu. Von besonderer Bedeutung sind die bis 2015 zu verwirklichenden Millenniumsziele der Vereinten Nationen, deren Umsetzung auch Hauptgegenstand des letzten Berichtes des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen war.

 

Vortrag SCHMIDLECHNER-LIENHART: Die Kluft zwischen arm und reich ist weltweit größer geworden. Rund 800 Millionen Menschen leiden Hunger Fast die Hälfte der zur Zeit 6,2 Milliarden Erdbewohner lebt von weniger als 2 Dollar am Tag.. Die Mehrheit davon sind Frauen. Der Vortrag beschäftigt sich u. a.  mit dem Verhältnis von Armut und Geschlecht und dem Phänomen der „Feminisierung der Armut“, sowie Strategien zur Armutsbekämpfung, die besonders für Frauen entwickelt wurden.

   

16. 06. 2004

Kl. Minoritensaal

19 Uhr

PERFEKTES LEBEN >>
[Open] university

UProf. DI Dr. Helmut Hutten (Institut für Medizintechnik, TU Graz)
Der Beitrag der Medizintechnik zur Erfüllung von Grundbedürfnissen des Lebens

aoUProf.  Dr. Kurt Remele (Institut für Ethik u. Gesellschaftslehre, KF-Uni Graz):
Gesundheit, Gesellschaft, Gerechtigkeit

Moderation: LR Mag. Wolfgang Erlitz

 

Vortrag HUTTEN: Technischer Fortschritt muss sich an seinem Beitrag zur Erfüllung der Grundbedürfnisse des Lebens messen lassen. Das gilt auch für die Medizintechnik im Spannungsfeld zwischen inhumaner Apparatemedizin und technischen Hilfen für ein sicheres, selbstbestimmtes Leben.

Vortrag REMELE: Im Kontext spätmoderner westlicher Gesellschaften ist die Medizin vorrangig zu einem individualisierten, technischen und kostenintensiven Reparaturunternehmen geworden. Ausgeklammert bleibt dabei ihre sozialethische Dimension, also Fragen der sozialen Gleichheit, der globalen Gerechtigkeit und der gewinnorientierten Bedarfsweckung.

   

23. 06. 2004

KL. Minoritensaal

19 Uhr

LEBENSBASIS:  >>
[Open] university

ao.UProf. DI Dr. Michael Narodoslawsky (Institut für Ressourcen schonende und nachhaltige Systemej, TU Graz):
Neue Rohstoffbasis für nachhaltiges Wirtschaften

DI Dr. Ulrike Seebacher und DI Bettina Lackner (Interuniversitäres Forschungszentrum für Technik, Arbeit und Kultur/Projektbereich „Ökologische Produktpolitik“ Graz):
Umwelt- und sozialverträglicher Konsum

Moderation: LAbg. Mag.a Edith Zitz

 

Vortrag NARODOSLAWSKY: Nachhaltiges Wirtschaften erfordert ein grundlegendes Überdenken der Rohstoffbasis für unsere Gesellschaft. Es muss gelingen, menschliches Handeln und Wirtschaften in die natürlichen Kreisläufe der Natur einzugliedern, wobei die große Herausforderung nicht so sehr im Bereich der Erschöpfung der Ressourcen als vielmehr durch die ökologischen Wirkungen der Abfallprodukte aus ungebremstem Raubbau bestehen. Aus dieser Sichtweise kommt erneuerbaren Ressourcen eine besondere Bedeutung zu. Der langfristige Umstieg auf erneuerbare Ressourcen erfordert aber auch eine vollständig neue Industriestruktur, mit weit reichenden wirtschaftlichen und sozialen Folgen.

Vortrag SEEBACHER/LACKNER: Für eine nachhaltige Entwicklung sind eine Reihe von – einander ergänzenden – Strategien denkbar. Eine Änderung des derzeitigen Konsumverhaltens ist zentraler Bestandteil verschiedener nationaler und internationaler Programme und nimmt PrivatkonsumentInnen, Wirtschaftsbetriebe und Politik gleichermaßen in die Pflicht.

   

30. 06. 2004

Kl. MINORITENSAAL

DENKERiINNENAPPELL LEBEN an die Politik >>
[Open] university

Schlussdiskussion aller Beteiligten, Formulierung eines Manifestes

 

Konzept: UProf. Dr. Elisabeth List/UProf. Dr. Gottfried Dohr/UProf. Dr. Jörg Schaur/UProf. Dr. Otto König/Dr. Johannes Rauchenberger

Koordination und Organisation: Mag. Elisabeth Wimmer (e-mail oder
tel. 711133-29)

 

Archiv: >> 2007: Toleranz und Widerstand >> 2006: Überlebensstrategien  >> 2005: Puzzle Zukunft  >>2004: Puzzle Leben
   

 

 
 
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