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                 ZEITANALYSE, Graz

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KLEINE GESCHICHTE DER VERGANGENHEIT

 

Univ. Prof. Dr. Rudolf Burger über Geschichtsbewusstsein in der Frühlingsvorlesung der Akademie Graz und des Kulturzentrums bei den Minoriten

>> Kontakt   Das, was gewesen ist, ist nicht, und es existiert als Imago nur dadurch, dass man es jetzt erzählt. (R. Burger)

Es ist nicht trivial, zu sagen, die Vergangenheit existiere nur als Geschichte, versteht man das Wort „Geschichte“ im literarischen Sinn. Das, was gewesen ist, ist nicht, und es existiert als Imago nur dadurch, dass man es jetzt erzählt. Das Vergangene als Geschichte ist immer ein Modus der Gegenwart, es gibt keine vergangene Geschichte, Geschichte ist immer ein gegenwärtiges Phänomen. Nicht nur begreift jede Gegenwart sich über ihre Geschichte, die ihrerseits von ihr begriffen wird, sondern die Gegenwart ist nur in jenem Maße Resultat der Geschichte, wie die Geschichte Resultat der Gegenwart ist: Der hermeneutische Zirkel ist vitiös.
Daher schreibt jede Generation ihre Geschichte neu. Wenn sie darauf verzichtet, so hat sie auch keine. Aber das ist unmöglich – denn sie braucht sie für ihre gegenwärtigen Aktionen und Unterlassungen, für ihr Selbstverständnis, für ihre Identifikationen und Distanzierungen, sie braucht sie zur Legitimation und zur Polemik. So ist Geschichte nicht die originale Quelle eines Sinns, einer Lehre, einer Mahnung, sondern immer nur deren Echo.

Moderation: Michael Fleischhacker und Johannes Rauchenberger

 
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Montag, 5. April // 19h // Minoriten Galerien, Mariahilferplatz 3, 2. Stock // Eintritt: Tagespreis: 11.-/7.- // 3 Tageskarten: 25.-/18.-

Weitere Termine: Dienstag, 6. und Mittwoch, 7. April // jeweils 19 h //