ARCHIV

INFO:

 

Vorweg: Zu Hartwig Bischof

Es sind kollagierte Bildergerüste intensiver grafischer Wirkung. Gitterartige Musterungen erscheinen wie fortlaufend erzeugt und variiert aus kleinteiligen Häufungen und Schichtungen rätselhafter Signaturen. Diese Rasterungen erweisen sich andererseits als Fassung und Bändigung der Fülle, die aus unterschiedlichen Repliken gewoben ist.
Die haptische Qualität des fragilen Papiers, klassisch auf Keilrahmen gespannt, scheinbar dilettantisch aneinandergeklebt zur Perfektionierung der sich ergebenden ornamentalen Muster, hebt sich zum sanften Webrelief in den Verstörungszonen, die die gewohnte Digitalisierung körperhaft durchbricht. Ornamentales stellt nach und nach die Frage nach ihrem offensichtlichen Gegenteil, nämlich der Narrativität. Denn Erzählung, die aus der offensichtlichen Verweigerung herausbricht, kann nur spielerisch einfallen. Anders wäre es vielleicht Dogmatik, aber nicht Kunst.

Johannes Rauchenberger
 

 

Text: Der Autor Bodo Hell zu Hartwig Bischofs Bildern