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                          LITERATUR Graz

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POETIK DER GRENZE

  Über die Grenzen reden - Literarische Brücken für Europa
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Grenze ist so allgegenwärtig wie Materie oder Energie. Denn in der Grenze, durch die Grenze, wird eine Identität vollendet. Die Grenze gehört noch immer dieser Identität, und dennoch ist sie schon etwas gänzlich anderes, denn sie wird auch durch eine andere Identität konstituiert, die an der Grenze beginnt. Die Grenze ist Grundlage der Identität, denn gerade sie gibt Form und Gestalt und gerade hier überwindet eine Identität stumpfes Mit-sich-selbst-gleich-Sein und öffnet sich etwas völlig anderem, nämlich jener anderen Identität, aus der die Grenze (auch) besteht. Im dialogischen Wesen der Grenze erkennt das „Ich“ allein eine, und zwar die „eigene Seite“; den anderen Teil der Grenze, die andere Identität, kann das „Ich“ nicht er-kennen, es muss diesen erfahren.

Wie kaum eine andere Stadt ist Graz von der Grenze geprägt worden. Sie lag an der Grenze zum Osmanischen Reich, liegt an der Grenze, an der drei Ethnien aufeinander treffen, 50 Jahre lang lag der Eiserne Vorhang in nächster Nähe. Mit dem Nachbarn bzw. dem „An-deren“ sprach man in der Grazer Geschichte meist über den Vorhang hinweg - egal, ob dieser durch seinen Glauben, seine Ethnie oder durch das politische System der „Andere“ war bzw. zu diesem wurde. Hat man durch dieses Sprechen erlernt, aus der Grenze eine Begegnungsstätte zu machen? Allerdings! Die Grenze in Graz ist heute ein Begegnungsort, und zwar nach langen Jahrhunderten, in denen sie als Konfrontationsstätte und Anlass zum Streit fungierte.

Dževad  Karahasan

PROGRAMM

17.00 Uhr: Eröffnung .
Festrede "Über Grenzen reden", Milo Dor, Wien.

17.45 Uhr: Lesungen .
Herta Müller, Berlin/timisoara .
Dževad Karahasan, Graz/Sarajevo

18.30 Uhr: Führung durch die Ausstellung KUNST/TRANS: Via Graz .
Werner Fenz

19.00 Uhr: Pause und Buffet

20.00 Uhr: Über Grenzen sprechen .
EINFÜHRUNG .
Dževad Karahasan
GESPRÄCH . Peter von Becker, Berlin . Frank Berberich, Berlin .
Hans Maarten van den Brink, Amsterdam . Ilma Rakusa, Zürich .
SAID, München/Teheran

 

Hinweis zum Rahmenprogramm am 13. November (17.00-19.00 Uhr) im Literaturhaus:
Übersetzerwettbewerb mit Türkisch-Studierenden am Institut für Translationswissenschaft/Universität Graz mit Texten von kücük Iskender/Istanbul_Leitung Jale Melzer-Tükel/Graz

Milo Dor / Autor
(Geboren 1923 in Budapest, lebt in Wien)

Dzevad Karahasan / Autor und Universitätsprofessor
Geboren 1953 in Duvno/Bosnien, lebt in Graz und Sarajevo)

Herta Müller / Autorin
(Geboren 1953 in Nitzkydorf/Rumänien, lebt in Berlin)

 

 

 

>> Translokal - Literaturfest
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>> Text Werner Fenz
Literaturfest

Fr, 14.11.03, 14.30-24.00 Uhr

Minoritensaal + Kleiner Minoritensaal

Eintritt frei!

In Kooperation mit Stadt Graz, CCN, Graz 2003 -Kulturhauptstadt Europas