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                          LITERATUR Graz

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LICHTUNGEN
 

 

oder wie die Literatur aus euräischen Städten nach Graz kam

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Eigentlich ist es gar nicht lange her. Kaum sieben Jahre, und doch reicht der Beginn weit zurück. Begonnen als Versuch einer Annäherung, als ein Beitrag, wie Literatur Grenzen öffnen kann und wie lesend die Bruchlinien des europäischen Kontinents erahnt, aufgebrochen und in ihrer möglichen zerstörerischen Kraft geortet, verschoben und überbrückt werden könnten. Die Erfahrung des Krieges im südöstlichen Teil Europas hat sich tief ins Bewusstsein eingeprägt, zurück blieb auf dem Kontinent, der knapp ein halbes Jahrhundert vom Krieg verschont geblieben ist, die Tatsache Emigrierender, Suchender, das Weh zum Ausdruck Bringender, um Existenz Ringender, angewiesen auf die Mithilfe Verständnisvoller und Verständiger.

Angezogen von der Erfahrung aus den Sechzigern und Siebzigern und der praktizierten geistigen Grenzüberschreitung in der Überwindung einstiger Verengungen sind Formen kultureller Öff-nung erprobt worden und Sensibilisierungen erfolgt, auf deren seismografischer Wahrnehmung spätere Verengungen früher, schneller und menschlicher begriffen und in handelndes Tun umgewandelt werden.

Zeitgenössische Literatur aus europäischen Städten bringt im Verein mit dem Netzwerk von Kulturstädten, über die Bruchstellen moderner Grenzziehungen und intellektueller Hegemonie eine Vielzahl neuer Stimmen und Sprachen, unbekannte Orte und nah erscheinende Ferne in eine für alle verständliche poetische Form, beschäftigt zahllose Übersetzerinnen und Übersetzer. Sie sind Transporteure des seelischen Befindens auf Säumerpfaden, die im Gepäck fremd klingende Namen mit sich führen aus den Zentren entlegener und an unsere wohlbekannten Orte sich anlehnender Anrainer: Genannt Kandidaten. Oder auch Anwärter betitelt, wenn so manch einer noch einen weiteren Weg zu uns nach Europa vor sich hat, noch nicht in den Kandidatenstatus getreten ist. Mengt man die beiden mit schon immer dagewesenen Mitgliedern der EU, auch wenn so manch einer von ihnen weiter entlegen liegt, bekommt man eine Mischung von fünfundzwanzig Tonalitäten literarischer Musikalität, die Würde und Weite, Tiefe und Achtung erahnen lässt, wie sie allgemeiner Normalität entsprechen sollte und doch weit von der Alltäglichkeit des Seins entfernt liegt.
Es zeigt an, wohin der Weg führt, was als Ballast wegfallen könnte und worin ihre Qualität liegt. Es ist der Saum auf unwegsamem Gebiet durch die Ebenen. Auf dem Trampelpfad glitschiger Hochnäsigkeit gibt die Schritt machende literarische Spur der Poetik festen Tritt. Darin liegt auch die Bedeutung der Dauer des Erscheinens translokaler Prozesse, die über die momentane Zeitbefindlichkeit hinaus weist. Zu sehen und zu hören - bei einer schöpferischen Pause - vom 14. bis zum 15. November 2003 bei den Minoriten und im Literaturhaus, wenn sich die siebenundzwanzig Autorinnen und Autoren mit ihren siebzehn Übersetzerinnen und Übersetzern in der Raststätte der Kulturhauptstadt in Graz treffen.

Lojze Wieser, Verleger
Ende Juli 2003 in Klagenfurt/Celovec

 
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Literaturfest

Fr, 14.11.03, 14.30-24.00 Uhr

Minoritensaal + Kleiner Minoritensaal

Eintritt frei!

In Kooperation mit Stadt Graz, CCN, Graz 2003 -Kulturhauptstadt Europas