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Judith Zillich
Statt Medienreflexion geht es in der zweiten Position junger Malerei um die "unzeitgemäße, zeitaufwendige Herstellung eines nicht reproduzierbaren Einzelstücks", was die ebenfalls 1969 geborene Judith Zillich fasziniert. Als Absolventin der Angewandten und von der Wiener Galerie Plank vertreten, wollte sie sich "eigentlich bildnerisch zum Kampf der Geschlechter äußern - bis sich dann im Arbeitsprozess - in einer tranceartigen Verfassung - herausstellte, dass da ein Konflikt zweier sich einander widersetzender Kräfte gezeigt wird, letztlich in mir selbst stattfindet" (aus: "Nichts zu wollen ist schön. Ein Gespräch mit der österreichischen Künstlerin Judith Zillich, "Die Welt", 11.5.02).
Serien von Selbstporträts sind von Häkelmuster überdeckt, oder in Würfelspiele zerlegt. Hie und da sieht man Ausrufe von Revolten. Diese 30x30 cm großen Bilder wurden in diesem Jahr von größeren Formaten abgelöst, das Thema Selbstporträt aber blieb. Trotz dieses kontinuierlichen Themas geht es der Künstlerin nicht um die Privatheit ihres eigenen Gesichts oder ihrer Stimmungen, sondern vielmehr um die Suche nach dem Porträt an sich, das, zerstückelt und angeschnitten, von jeder/jedem Betrachtenden selbst gesucht werden muss, als "Erziehung zur Ehrlichkeit". Dabei entstehen "Schatten-Schalen", Komplementärkontraste ihrer Gesichtshaut wie grün, blau und violett, die mitunter ihr Eigenleben führen. Als "Schatten-Schalen" ziehen sich diese Kontraste über das Porträt und geben verschiedensten farblichen und malerischen Lösungsmöglichkeiten Ausdruck.
(Johannes Rauchenberger)
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