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BORIS MIKHAILOV: CASE HISTORY |
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steirisc[:her:]bst 26.10.02 - 24.11.02 Minoriten-Galerien
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Pressemeldungen: >> "Von Menschen - für Menschen" (F. Meschede), in: "Plötzlich nicht nur Spiel. Pathos und Emotion in der aktuellen Kunst" (Kunst und Kirche 2/2002) |
Zehn Jahre nach dem Zusammenbruch der politischen Strukturen in Osteuropa, hat der aus Charkov, Ukraine, stammende Fotograf Boris Mikhailov, geb. 1938, unter dem Namen CASE HISTORY eine Serie von Fotos publiziert, die als künstlerisches Dokument und dokumentarisches Kunstwerk einen Beitrag zur Geschichte der Fotografie darstellt. CASE HISTORY zeigt die Situation in Charkov, die menschlichen Schicksale junger wie alter Menschen, die tragikomischen Selbstdarstellungen einer Gesellschaft, die den Wandel (noch) nicht bewältigt hat. |
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Die Vielzahl der kleinformatigen Werke stellen Alltagssituationen dar, das öffentliche Treiben auf den Straßen, Schnappschüsse und Situationen mit Alltagskomik, in die sich auch die
Selbstinszenierungen des Autors und seiner Frau Viktoria einfügen. Die durch ihr Format herausgehobenen Abzüge stellen Personen dar, die sich für die Aufnahmen in Pose setzen. Boris Mikhailov hat mit diesen Personen gelebt, mit ihnen gearbeitet und sie gebeten, sich als Modell zur Verfügung zu
stellen. Oftmals verbirgt sich hinter den zum Teil sehr intimen Szenen eine persönliche Beziehung und individuelle Biografie des Bildpersonals. Eben dies wird in der extrem exhibitionistischen Pose der Dargestellten suggestiv deutlich. Wenn in einem Foto ein älterer Herr sich in seiner Wohnung im Unterhemd präsentiert, seine ehemalige Militäruniform reduziert ist auf die Mütze, die er auf dem Kopf trägt, und er in einer Hand dem Betrachter ein Beil entgegenhält, dann verbinden sich in diesem Bild tragisches Schicksal mit politischer Ikonografie und damit gesellschaftsrelevanter Aussage: |
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