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Do. 13. 6.
20.00 Uhr
Eintritt: EUR 6,50/3,50
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Robert Wolf
Frankfurt - New York
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Robert Wolf ist als Theaterautor kein Unbekannter. Dass er die Groteske als Genre bevorzugt, dass ihm schwarzer Humor liegt, ist ebenfalls nichts Neues. Neu ist seine Auseinandersetzung mit Erkenntnissen der Physik. Nichts Besonderes für einen ausgebildeten Physiker, der Robert Wolf ist, könnte man sagen. Doch, müsste man antworten, die theatrale Erschließung physikalischer Theorien am Theater ist neu.
Im Zentrum von Robert Wolfs Stücken Frankfurt - New York und Projekt Psi, die dieser Tage in der edition suhrkamp theater erscheinen, steht als Ausgangs- und Angelpunkt das physikalische Experiment: In Frankfurt - New York entwickeln Wissenschafter auf der Basis des Einstein-Podolsky-Rosen-Experiments einen Quantencomputer, in Projekt Psi soll Schrödin-gers Katzenexperiment praktisch überprüft werden.
Wenn auch im Zentrum beider Stücke Experimente stehen, bleiben die Verfahrensweisen in den Texten doch verschieden: Frankfurt - New York beginnt mit dem Gelingen eines Experiments. Die Figuren werden über das gelungene Experiment, die Erfindung des Quantencomputers, charakterisiert. Und die Figuren ihrerseits thematisieren die Konsequenzen, die ein Quantencomputer hervorrufen kann. In Projekt Psi läuft alles auf das Experiment zu: Ein Extremzustand wird erreicht, in dem die Gesetze der Physik sich zu manifestieren beginnen. Die Figuren verhalten sich wie Quantenteilchen in einem von der Außenwelt abgeschlossenen System. Der zweite Satz der Thermodynamik: Die Entropie wird mit theatralischen Mitteln sichtbar.
Was beide Stücke jenseits der unterschiedlichen dramatischen
Entwicklungen verbindet, ist der Konflikt zwischen Moral und Macht, ein Konflikt, der in Robert Wolfs Texten aus den Folgen neuerer Technologien resultiert. Äußerst gelungen erscheint in diesem Zusammenhang die Figur des allwissenden Hausmeisters, der von den Hausmeistern der herkömmlichen Computer- und Handyindustrie den Auftrag erhält, die Erfindung des Quantencomputers mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln aus ökonomischen und moralischen Mitteln zu verhindern. Hier wird deutlich, was für die Stücke insgesamt gilt: Es zeugt von dramaturgischer Klugheit, sich ernsten und ernsthaften Themen in einer Form zu nähern, die dieser Ernsthaftigkeit scheinbar entgegensteht. Oder wie Robert Wolf es formuliert: "Die Figuren erklären die Quantentheorie nicht, sondern spielen sie. Und im Theater gehört gespielt. Sonst wird es langatmig und langweilig. Und ich denke, dass im Theater gelacht werden darf. Auch wenn man Menschen in ihren Bemühungen scheitern sieht, darf gelacht werden. Und wenn das Lachen irgendwann im Hals stecken bleibt, dann schmerzt es um so mehr. Dann wird uns der Ernst, der dahinter steckt, um so mehr
bewusst".
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Robert Wolf
Geboren 1965 in Graz, besuchte das Abend-
gymnasium und begann während des sich anschließenden Physikstudiums zu schreiben.
Für sein dramatisches Werk erhielt er zahl-
reiche Stipendien und Auszeichnungen, wie zuletzt in Deutschland das BHF-Bank
Stipendium »Frankfurter Positionen 2001«.
Seine Stücke sind bereits ins Bulgarische
und Französische übersetzt.
Bisher aufgeführte Stücke:
Der Entropist (UA 1997), Zyankali 2000 (UA 1998, publiziert im Suhrkamp Verlag in
»Spectaculum 69«),
Die Unterschrift (UA 1999),
Kopfäktschn (UA 2000),
Im Club der einsamen Herzen (UA 2001),
Der Russland-Salon (UA 2001).
Frankfurt - New York wurde am 1. Oktober 2001 von den Schauspielern
des schauspiel frankfurt und des TAT im
Rahmen der Frankfurter Positionen in Frankfurt
am Main das erste Mal szenisch vorgestellt.
Bücher:
Kopfäktschn, Im Club der einsamen Herzen. Stücke und Materialien.
edition suhrkamp theater.
Projekt Psi, Frankfurt - New York.
edition suhrkamp theater
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