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Di. 7. 5.
19.30 Uhr
Eintritt: EUR 18,-/9,-
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Péter Esterházy
Harmonia Cælestis
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Péter Esterházy erzählt in "Harmonia Cælestis" die Geschichte der Esterhazys, einer der berühmtesten Aristokratenfamilien Europas, die sich über Jahrhunderte tief in die ungarische und habsburgische Historie eingeschrieben hat. Aber Esterházy wäre nicht Esterházy, wenn er die Form, in concreto die Form des bürgerlichen Familienromans, nicht im Zitieren schon unterliefe. Buch I heißt "Numerierte Sätze aus dem Leben der Familie Esterhazy". Es bietet eine Sinfonie an Legenden und Episoden, ein Kaleidoskop an Chroniken und Mythen, in dem jenseits jeglicher Chronologie und ohne namentliche Nennung nur eine Hauptfigur auftritt: "Mein Vater". Er ist Don Juan und Nichtsnutz, Magnat und Gelehrter, Bischof und Baumeister, Verrückter und Tyrann, Gesandter und Ministerpräsident. Virtuos spielt Esterházy mit dekonstruktivistischen Möglichkeiten, wirbelt Denkmuster der Historizität und der Authentizität durcheinander, löst Linearität und Chronologie auf.
Buch 2 ist mit: "Bekenntnisse einer Familie Esterhazy" überschrieben. Darin wird vom Leben einer aristokratischen Familie im 20. Jahrhundert unter den Bedingungen der Diktatur seit der Räterepublik 1919 bis in die jüngere Vergangenheit erzählt. Esterházy lässt Urgroßvater, Großvater und Vater als reale Gestalten in einem wiederholt fiktiven, aber historisch plazierten Umfeld auftreten, schildert Enteignung, Aussiedlung und Verarmung: chronisiert, bespöttelt, begreift.
Das Alles und das Nichts, zwischen die das epochenübergreifende Schicksal der Esterházy gespannt ist, zitieren und transgredieren ein barockes Lebensgefühl, indem sie nicht als Gegensatz, der strukturell die Antithese erheischte, vor Augen geführt werden, sondern synthetisch in ihrer Ähnlichkeit, die das Überlappen, das Fragmentarische, das Spielerische, die Heiterkeit nach sich ziehen. Glanz- und Tiefpunkte sind denn nicht der Anfang und das Ende der Familiengeschichte, sondern führen die fortlaufende Gegenwärtigkeit eines Lebensmodells vor Augen. Dass die Monumentalität des Romans nie in den Protz kippt (obwohl Monumentalität per se nah am Protz liegt), hat eben hier seine Wurzel: nicht nur der Witz des Autors Esterhazy, seine stilistische Sicherheit (er könne keinen schlechten Satz schreiben, wird ihm von Kritikern bescheinigt) bewahren ihn davor, sondern jenes Konzept des Fragmentarischen, das sich der Geschlossenheit, dem Protz wie dem Fundamentalistischen a priori verwehrt. "Es ist elend schwer zu lügen, wenn man die Wahrheit nicht kennt", lautet denn auch der programmatisch aufzufassende erste Satz des Romans.
"Peter Esterhazys Kopf hat zwei Hälften. Den Spaß und den Ernst oder das Leben und das Sein. Beide Hälften kann er leicht miteinander vereinen", schreibt Verena Auffermann. Und das auf 920 Seiten.
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In Kooperation mit
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Kiwanis Club Graz und Forum Hungaricum
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Verleihung des Stipendium Hungaricum
durch die Botschafterin der Republik Ungarn
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Musik
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Zoltàn Fuzessèry
Franz Schubert:
Impromptu Op. 142, Nr. 4, f-Moll
Ildikó Vereczkei
Haydn: Variationen in f-Moll
Tamás Straub
Roland Dyens:
Libra sonatina, 2. und 3. Satz
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Péter Esterházy
Geboren 1950 in Budapest. Enteignung
der Familie nach der Machtergreifung
der Kommunisten 1948, Deportation 1951. Studium der Mathematik, von 1974 bis 1978 Systemorganisator. Seit 1978 freiberuflicher Schriftsteller. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen, zuletzt: Ungarischer Literaturpreis 2001, Sándor-Márai-Preis 2001.
Veröffentlichungen in deutscher Sprache (Auswahl):
Donau abwärts. Roman, Residenz 1992;
Eine Frau, Prosa. Residenz 1996;
Thomas Mann mampft Kebab am Fuße des Holstentors, Geschichten und Aufsätze. Residenz 1999;
Harmonia Caelestis, Übersetzung von
Terézia Mora, Roman. Berlin Verlag 2001 |
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