KULTURZENTRUM bei den MINORITEN   

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  PROGRAMM 03/04 2002
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Di. 16. 4.
19.30 Uhr


Mi. 17. 4.
11.00 Uhr und 19.30 Uhr

Eintritt: Euro 6,50/3,50; Gruppenermäßigung: Euro 2,50

Von weißen Wolken getragen
Eine theatralische Performance zu modernen Haikus

 

 

35 SchülerInnen des Kreativzweiges am BG Klusemannstraße in Graz widmen sich für zwei Jahre einem Crossover-Projekt, das literarische, bildnerische und theatralische Elemente miteinander verbindet.

Das Ausgangsmaterial
201 Haikus junger AutorInnen - die Texte entstanden während zweier mehrwöchiger Projektphasen im Rahmen des Deutschunterrichts und sind, im Dezember 2001 gesammelt, in Buchform erschienen. Bereichert wurde die Publikation durch Reproduktionen farbiger Haiku-Triptychen, die ebenso von den SchülerInnen gestaltet wurden.
Die Regeln der japanischen Haikus (drei Zeilen zu 5-7-5 Silben, Natur- bzw. Jahreszeitenbezug, Augenblickserfahrung/Gegenwart) stellten bei diesem litera-rischen Projekt die "produktive Einschränkung" dar; ganz im Sinne einer Kreativitätstechnik, die durch das Selbst-Auferlegen eines Rahmens das Spielfeld für die gestalterischen Prozesse absteckt und zugleich eröffnet.

Unter Kirschbäumen / leben wie ein Kind, das lacht. / Kirschkerne spucken.

Die inhaltliche Ebene der Haiku-Regeln konnte aber auch immer wieder durchbrochen werden. Von Beginn an waren wir daran interessiert, moderne Lebenswelt junger Menschen sichtbar werden zu lassen; und so entsprechen manche Siebzehnsilber stärker den japanischen Senryus, in die alle Erfahrungen des menschlichen Lebens mit einbezogen werden können.

Die schöne Liebe / durch Himmel und Hölle / sprießen Gefühle.

Die Textentstehung wurde auf vielfältige Weise angeregt, durch Medien wie Musik, Bilder, Gegenstände. Oder es wurden Haikus aus anderen Gedichten "geschmolzen"; hierbei handelt es sich um ein spezielles Verfahren, die wir für dieses Projekt von der Oulipo-Autorin Michelle Grangaud (Poèmes fondus, Paris 1997) übernommen haben. In einem intertextuellen Prozess werden aus dem Wortmaterial eines lyrischen Textes siebzehn Silben ausgewählt und zu einem Haiku-Text gewandelt.

Vollmond in der Nacht / blassgoldene Baumkronen / tauchen in Träumen.

Viele der Haikus wurden aber von den Jugendlichen auch ganz einfach "gedichtet", "erfunden", "gefunden".

Die Performance
Entstanden im Fach "Produktionswerkstätte" des Kreativzweiges dient sie der Präsentation des Buches, stellt aber auch ein eigenständiges "Produkt" dar. Nämlich den Versuch, sich dem Thema Haiku in einer theatralischen Weise zu nähern - anstelle einer Lesung. Ein Projekt, das auf Vielfalt setzt und die Frage zum Ausgangspunkt hat, wie sich eine nicht ganz alltägliche lyrische Kurzform theatra-lisieren lässt: Erinnerungen an No-Theater / "Haiku-Marathon"-Improvisation / living sculptures - Triptychen / Haiku-Szenen "klassisch" / movements. (Wolfgang Poier)
 

Performance-DarstellerInnen:


Burgstaller Marlies
Dörfler Elisa
Erker Markus
Freiberger Jan
Hagenbuchner Stefanie
Hödl Alina
Kahr Victoria
Kerschbaumer Tobias
Ljubic Sabrina
Pferzinger Katharina
Schmidt Ruth
Scholz Tanja
Trummer Sara
Uranitsch Kajetan
Vörös Robert
Zacharias Eva

Projektleitung und Inszenierung: 
Wolfgang Poier