KULTURZENTRUM bei den MINORITEN   

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Do. 31. 1.


20.00 Uhr


Eintritt: Euro 11,-/7,-

 

 

Nach der Stimme
Konzertanter Dialog von A. Tschernek und U. Leimgruber
nach einem Text von Felix Philipp Ingold

 

 

Hören auf das was nie / spricht. Was / da wacht am einen Pol / der Lust. Zu vergessen. Und kein / Suhlen nicht. Licht ist / das Ziel. Da. Es / harrt.

Hart ist / der Himmel auch gut. Am Ende / weiss es das Licht / Wird alle / Welt leichter. Was steht / von wem fest. Der Name ist Frage / genug. Heisst haben nicht / vergessen haben. So / harrt er noch immer. Wie schwierig / die Erde.

Dem Dialog liegt gleichsam als Partitur der vollständige, aus insgesamt dreizehn Gesängen bestehende Text des Gedichtbandes "Nach der Stimme" von Felix Philipp Ingold (Verlag Jutta Legueil, Stuttgart 1998) zugrunde.
Der Titel ist zweideutig, impliziert, dass der Text einerseits nach der Stimme: der Stimme gemäß, verfasst wurde und andererseits nach dem Verklingen der Stimme: nach der Lektüre als klangliche Erinnerung fortbesteht und weiterentwickelt werden soll.
Eine solche Weiterentwicklung: die Erweiterung des Textes ins rein Klangliche, wird in Form eines poetisch-musikalischen Dialogs erprobt, der sich in concert aus einer instant composition von Urs Leimgruber sowie durch eine improvisatorische Lesung von Alexander Tschernek aufbaut. Musiker und Sprecher werden als gleichberechtigte, durchaus eigensinnige Partner ins Spiel kommen: zwei souveräne Monologe werden in zwei autonomen Medien - Sprache und Saxophon - vorgetragen, um exprompt im Zusammenwirken von Stimme/Instrument, Wort/Klang zu verschmelzen. Vielleicht, beschreibt Ingrid Fichtner diesen Vorgang, könnte man diese neue Art der künstlerischen Zusammenarbeit am ehesten als kammermusikalische Auseinandersetzung bezeichnen, in der auf authentische Weise zu jeder Zeit zwei neue Werke entworfen werden, zwei neue Kompositionen entstehen, die zu einer zusammenklingen. Kontrapunktisch wird Stimme zu Stimme (Stimme gegen Stimme?) gesetzt, ganzheitlich kommen zwei Klangkörper zum Tragen. Behutsam locken Sprecher und Musiker den Rezipienten, zu "hören, auf das, was nie spricht".

Wohnen im Kla-aa...Kram. Und / nur Gram ist kristallen. / Nur Char ist / genug. Diese Stimme / auf dem Sprung und immer nie / zu fassen zwischen / Rrr-rast und Rest und Rist und / o und u. Du / gli-gl...gleichsam tanzend. / Gleichsam gle-gli...gleitend z-zi... / zwischen Mistel und / Wicke ga-la...glatt ins Geheime / wo o! / Wahrheit umworben die / Witwe und bleibst / was du bsi...was du bist. Eine / Erde. Zu reden / inmitten neutralerer Stre...Sterne. / Bre...best. Bestrebt zu sterben. Und / so heiter.
 

Urs Leimgruber: Saxophon


Alexander Tschernek: 

Sprecher


Felix Philipp Ingold: 

Text

 

 

Urs Leimgruber
Geboren 1952 in Luzern, lebt seit 1988 in Paris. Langjährige Erfahrung im Bereich Zeitgenössische Improvisation, Komposition, Jazz und Neuer Musik. Torneen als Solist, im Duo zusammen mit dem Schlagzeuger Fritz Hauser und mit namhaften Ensembles in Europa, Kanada, Kuba und den USA.
Konzerte und Aufnahmen mit Marilyn Crispell, Joelle Léandre, Barre Phillips, Jacques Demierre und vielen anderen. Projekte mit dem Ensemble Bleu, dem ARTE Saxophon Quartett und dem Philharmonischen Bläserquintett Berlin. Mitbegründer der Electricjazz-Freemusic Gruppe OM in den siebziger Jahren.
Diskographie (Auswahl)
XYLEM mit ARTE Saxophon Quartett, 1999 STV/AMS 303
BLUE LOG solo, 2000 FOR 4 EARS 1137

Alexander Tschernek
Geboren 1966 in München. Lebt in Basel und Wien. Seit 1994 freischaffender Schauspieler, Regisseur und Autor. Engagements bei den Salzburger Festspielen, am Nationaltheater München, Staatstheater Darmstadt, Freiburger Theater, Theater Basel, Theater Neumarkt Zürich. 
Hörspiele und Literatursendungen für Radio DRS, Bayrischer Rundfunk, Hessischer Rundfunk.
Zusammenarbeit mit Urs Leimgruber für das Hörspiel "Ein Mann der schläft" von Georges Perec.

Felix Philipp Ingold
Geboren 1942 in Basel. Lebt in Zürich und Romain-Motier. Schriftsteller, Übersetzer, Hochschullehrer.
Jüngste Buchpublikationen:
Ewiges Leben. Erzählung 1991
Freie Hand. Vademecum durch kritische, poetische und private Wälder 1996
Nach der Stimme. Gedicht in dreizehn Sätzen 1998
Das grosse Buch. Abhandlung 2000
Auf den Tag. Gedichte 2000.