KULTURZENTRUM bei den MINORITEN   

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Sa. 6. 10.
13.00 Uhr
Eröffnung

Minoriten-Galerien
2. Stock

steirisc[:her:]bst

Gerhard rühm

VISUELLE POESIE

visuelle musik
1954 - 2001

 

 

Gerhard Rühm wurde zuerst durch Buchveröffentlichungen experimenteller Poesie bekannt. Seine von der Sprache, vom strengen Konzept, aber auch vom spontanen Ausdruck bestimmte Arbeit hat ihre Schwerpunkte ebenso im akustischen wie im visuellen Bereich: Bewegt sie sich da zwischen Sprechtext, Hörspiel und Musik, führt sie hier von der Handschrift zur skripturalen und zur gestischen Zeichnung. Für die Ausstellung bei den Minoriten entsteht eine neue Serie großformatiger Zeichnungen: das Körperalphabet. Sind die Korridore im weitesten Sinn der Körperzeichnung gewidmet (Körperalphabet, Melogramme und erotische Scherenschnitte), so zeigen die beiden Ausstellungsräume die Schwerpunkte VISUELLE POESIE und VISUELLE MUSIK.

VISUELLE POESIE

Neben einer Auswahl aus den Werkblöcken der Schreibmaschinenideogramme und der Gruselbilder bieten zwei Videostationen die Möglichkeit sich in Rühms filmische Arbeiten zu vertiefen.

"die visuelle poesie bezeichnet einen markanten schwerpunkt meiner künstlerischen arbeit. ausgehend vom schreibmaschinenideogramm der konkreten poesie habe ich ab 1954 im lauf der jahre eine reihe charakteristischer ausdrucksbereiche entwickelt, die sich verschiedene künstlerische techniken nutzbar machen.
(...) sprache äussert sich mittels akustischer zeichen (laute) oder mittels optischer zeichen (schrift). sie bedient sich also zweier voneinander völlig verschiedener medien. diese zeichen müssen nicht bloss mittel zum zweck (einer bestimmten mitteilung) sein, sondern können selbst als ausdrucksmittel gesetzt werden.
schreibmaschinenideogramme - wer sich über die eigentümlichkeiten der schreibmaschine schon gedanken gemacht und der entwicklung der visuellen poesie einige aufmerksamkeit geschenkt hat, dem wird sicher, neben dem gesetzten und handschriftlichen textbild, das schreibmaschinengedicht oder -ideogramm als eine spezifische variante visueller poesie nicht unbekannt sein. 

das “funktionelle” schreibmaschinengedicht erwächst aus den besonderen gegebenheiten und möglichkeiten der schreibmaschine. (...) die bewusste berücksichtigung solcher möglichkeiten wirkt zwangsläufig auf die konzeption eines textes zurück, provoziert neue formerfindungen. so kann man durchaus von einer 'poetik der schreibmaschine' sprechen.
(...) die gruselgeschichten zeigen eine spezifische ausformung jener gruppe meiner bildnerischen arbeiten, die ich als lesebilder bezeichne. (...) um gruselgefühle zu empfinden, bedarf es keineswegs der konfrontation mit schreck-lichen geschehnissen oder des unheimlichen als ausnahmesituation, sie kön-nen sich durchaus auch in der fassungslosigkeit über die alltäglichen triumphe des trivialen und der dreisten dummheit manifestieren. längst braucht man nicht mehr, wie seinerzeit die brüder grimm erzählten, ausziehen, um das gruseln zu lernen - heutzutage wird es einem dank der allgegenwärtigen massenmedien direkt ins haus geliefert."
gerhard rühm

Ausstellungsdauer 
7. 10. - 4. 11. 2001 

Öffnungszeiten
Di. - So. 10.00-18.00 Uhr
Do. 10.00-20.00 Uhr

Führungen
jeden So. 11.00 Uhr 

Künstlergespräche
Gerhard Rühm und Gäste
jeden Sa. 16.30 Uhr 
Die Teilnahme ist kostenlos

Kunstvermittlung und Anmeldung für Führungen
Gerda Ridler 
tel.: 823 007-10
email: ridler@steirischerbst.at


Weitere Programmpunkte 
im steirischen herbst 2001 


herbst Parcours
"Kunst - übergreifend" 
Do. 18. 10. 2001, 17.00-19.00 Uhr
Fr. 26. 10. 2001, 15.00-17.00 Uhr 
Gespräch mit Gerhard Rühm 

not.tour.no - die kunstnacht 
Sa. 20.10. 2001, 21.00 Uhr

Kabinetttheater
Goldene Hochzeit- ein puppenspiel mit musik

Kleiner Minoritensaal, ATS 150,-/80,-