KULTURZENTRUM bei den MINORITEN   

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I                                                                     

 


Neuer Termin!
Do. 27. 9.
20.00 Uhr
ATS 150,-/100,-
 

In Memoriam Arnold Schönberg
Das gesamte Klavierwerk 

"Mit der Komposition der George-Lieder op. 15 (1908/09) verließ Arnold Schön-berg den traditionellen Boden der Tonalität, die nahezu 300 Jahre lang als Fundament abendländischen Komponierens gedient hatte. Wenn Schönberg von einem inneren Zwang spricht, dem er gehorche, so zog er damit die folgerichtige Konsequenz aus der spätromantischen Musik, die die funktionale Harmonik bis zur Unkenntlichkeit erweitert hatte. Mit seinem völligen Verzicht auf das funktionsharmonische Gerüst eröffnete Schönberg der Musik neue Möglichkeiten. Auch wenn zeitgleich andere Komponisten mit verschiedenen Modellen experimentierten, um den Boden der Tonalität zu verlassen, war Schönbergs Weg in die Atonalität doch ohne Zweifel der folgenreichste, ohne den die Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts vielleicht anders verlaufen wäre. Arnold Schönberg ist immer wieder treffend als konservativer Revolutionär bezeichnet worden. Stets sah er sich als Fortführer der großen deutschen Musiktradition und verstand den Schritt in die Atonalität nicht als Bruch mit der musikalischen Vergangenheit, sondern als differenzierte Bereicherung der bis dahin verfügbaren Möglichkeiten" schreibt Martin Demmler in seinem Buch "Komponisten des zwanzigsten Jahrhunderts" über Schönberg.
"Schönberg ist für mich als Gesamterscheinung, unretuschiert als widersprüch-lichster Geist und generativer Mensch von ungeheurer Energie, weiterhin die BATTERIE, die Ladung, an der Aufladung zum Gebot wird. (Webern und Berg erfahre ich - bei aller Liebe - als sehr von dieser Aufladung Abhängige.) Schönberg bleibt die Primärquelle. Bei ihm rundet sich nichts zum klassischen Modell, und wenn er von "System" spricht, hört es sich an, als referiere er ein Gegenteil. Bei ihm ist Dichte nichts Erstelltes, sondern das Mal des Gesagten, des Komponierten. Und wenn er in biografischen Phasen ANDEREN Aus- druck suchte und fand und verfehlte und wiederfand, so ist er als schöpfer- ische Potenz ungleich weitreichender als einer, der den Ausbau von Errungenschaften betriebe. Schönberg ist Verschwender, ein Über-Reicher. In seinem Bann zu sein bedeutet aber nicht zu erstarren, sondern vielmehr: in Bewegung zu geraten und auch zu bleiben, UN-ENT-WEGT" schwärmt Wolfgang Rihm. 
Dem großen Wegbereiter der Moderne sind nun 50 Jahre nach seinem Tode zwei Konzerte gewidmet. Der Klavierabend mit Wolfgang Wengenroth bringt sämtliche Werke Schönbergs für Klavier zu zwei Händen: Von den frühen noch sehr von Brahms beeinflussten Klavierstücken über die Werke der Phase der freien Atonalität bis hin zu den dodekaphonen Stücken erklingen quasi "kompositorische" Stationen, gleichsam künstlerische Meilensteine, quer durch Schönbergs Leben.
Wolfgang Wengenroth
geb. 1975 in Bonn, aufgewachsen im Westerwald, erster Klavierunterricht im Alter von 5 Jahren, vom 10. bis 15. Lebensjahr Trompetenunterricht, danach Umstieg auf Posaune, 1994 3. Bundespreisträger beim Wettbewerb 
Jugend musiziert, 1994 Förderstipendium des Landes Rheinland-Pfalz
- 1994 erste Klavierabende, seit 1995 Studium an der Kunstuniversität Graz 
in den Fächern Klavier und Dirigieren, 1997 Debut im Grazer Stefaniensaal als Solist des 1. Klavierkonzertes von Franz Liszt, 1. Diplom Klavier-Konzertfach mit Auszeichnung, Zusammenarbeit während eines Stockhausen-Projekts 
mit dem Chor des Bayerischen Rundfunks, Regelmäßige Klavier-, Celsta und Cembalo-Substitutentätigkeit im RSO Wien, Auftritte beim steirischen herbst, Wien Modern, Eclat Stuttgart, Dresdner Tage für Zeitgenössische Musik, März 2001 Debut im Prinzregententheater München mit dem Chor des Bayerischen Rundfunks. Seit WS 2000 Leiter des KUG-Bläserorchesters.