(c) E. Honetschläger, "In Times of Emergency"
Sa. 6. 10. - 4-11 2001
Di. - Fr. 14.00-18.00 Uhr, Sa.
11.00-16.00 Uhr
Minoriten-Galerien im Priesterseminar
Bürgergasse 2, A-8010 Graz
steirisc[:her:]bst
Kuratoren
Alois Kölbl/Johannes Rauchenberger
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Edgar Honetschläger
"In Times of Emergency"
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Mit
hintergründigem "Augenzwinkern" reagiert Edgar
Honetschläger, international vielbeachteter Künstler und Filmemacher, in seiner ersten
Ausstellung in Graz auf die Erfahrung der Globalisierung, indem er Kultur und religiöse
Prägung von außen zeigt. Ob er die
abendländische Haltung zur süßen Sünde ins Bild setzt ironisch verpackt in die
Sequenz zur Geschichte der Schokolade ("The History of Chocolate"); oder ob in
der berühmten Brancacci-Kapelle in Florenz in einem Gespräch zwischen einem japanischen
Professor und einer jungen Japanerin westliche Bildauffassung, Religion und kulturelle
Differenzen überhaupt zur Sprache kommen ("Masaccio"); oder ob in "In
Times of Emergency" die unterschiedlichen Vorstellungen von Paradies und Liebe
ausgetauscht werden, während Feuerwehrmänner aus Honetschlägers Wahlheimat Japan, umsungen von Maria Callas, durch die Bilder purzeln..., stets
setzt der Künstler in dieser Videotrilogie "Colors" westliche und
östlich(-japanische) Identität durch die Betrachtung des Eigenen im fremden Blick in
eine produktive Spannung.
Unmittelbarer, aber in konsequenter
Fortführung früherer Projekte visualisiert Honetschläger in der Minoriten-Ausstellung
auch seine eigene Lebenswelt: In einer mehrmonatigen Aktion hat er das, was sich an
sozio-kulturellem Leben in ganz unterschiedlicher Weise, weil von unterschiedlichen
Kulturräumen geprägt, in seinen Wohnungen in Tokyo und Rom ereignet, buchstäblich in
Papier abdrucken lassen. Durch zwei ganz unterschiedliche und letztlich unvereinbare
geistige Räume lässt er uns auf die Videoprojektion von "Colors" zugehen,
während die begleitende Soundinstallation einiges an Überraschungen bereithält.
(Johannes Rauchenberger)
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