KULTURZENTRUM bei den MINORITEN   

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Mi. 26. 9.
19.30 Uhr
Vernissage

Minoriten-Galerien
Aufgang Großer Minoritensaal

steirisc[:her:]bst

Joe Felber. Boundaries of Aesthetics
"25 SONGS ON 25 LINES OF WORDS ON ART STATEMENT FOR SEVEN VOICES AND DANCE"

 

 

Ausgangspunkt dieser Installation sind die Schriften des amerikanischen Malers Ad Reinhardt, der mit seinen "Black Paintings" in den 50-er Jahren die Malerei an eine äußerste Grenze führte. Was dort zu sehen war, nämlich eine radikale Verweigerung von Farbe, Form, Kontrast, erzähltem Inhalt etc..., war entsprechend in den "25 Statements" nachzulesen und führte in der Folge zu einem Disput von Negation, die immer noch herausfordernd ist: Für Weltdeutung, Dekonstruktion, Selbstzweck von Kunst bis hin zur Negativen Theologie als "Negativ"-Beschreibung des Absoluten.

Die berühmten Statements zur Definition von Kunst von Ad Reinhardt beginnen mit der einfachen Fes
tstellung: "Art is art. Everything else is everything else", um mit Statement 25 zu schließen: "The most universal path to the most unique". Die Radikaldefinition der Absage hat Ad Reinhardt aber umso mehr auf die via negationis gebracht. Das kontinuierliche Auslöschen, Farbschicht um Farbschicht, bringt Ad Reinhardt in die Parallele dessen, was anderswo "Negative Theologie" genannt wird: Aussagen über das Absolute über den Weg der Verneinung, als das also, was "es nicht ist".

Der australische Künstler Joe Felber hat diese Auseinandersetzung mit den Schriften zur Kunst von Ad Reinhardt zum Angelpunkt seiner mehrspartigen Installation, die er in internationalen Museen (u.a. Melbourne, Shanghai) gezeigt hat. Waren es bisher vor allem museale Räume, setzt er sich erstmals mit einem barocken Raum auseinander. Zu hören und zu sehen sein werden subtile Eingriffe im Stiegenaufgang zum Minoritensaal.
Seine Choreografin Julie Henderson wird gemeinsam mit Eva Brunner (tanzbAAr) und Klaudia Reichenbacher (Tanztheater Graz) die 25 Songs tänzerisch umsetzen. Negation, Verneinung wird hier auch in der Kunstsparte Tanz umgesetzt: größte Bewegtheit als äußere Stille, völlige Leere im Übermaß der Bewegung. Henderson läßt die Tänzerinnen einschwingen in minimalistische Wiederholungsschleifen, die sich im Nichts verlieren. Sie führt sie an die Grenzen der Begrifflichkeit in ihrer Kunst und läßt sie dort ausharren.
Zusammen bilden Installation, Ton und Tanz einen Diskurs über Negation, das Nichts und über Transzendenz, Topoi, die Ad Reinhardt mit seinen Strategien der Auslöschung quer durch alle Kulturen ausgelöst hat.


(Johannes Rauchenberger)

 
Tanzperformance
Mi. 26. 9., 19.30 Uhr 
Tanzperformance mit Eva Brunner (tanzbAAr) 
und Klaudia Reichenbacher (Tanztheater Graz)

Choreographie 
Julie Henderson 

Komposition 
Elliot Gyger

Ausstellungsdauer 
27. 9. - 4. 11. 2001

Öffnungszeiten 
während der Abendveranstaltungen im 
Minoritensaal und nach Vereinbarung 
Tel.: 0316/711133-25, Eintritt frei

Kurator 
MMag. Dr. Johannes Rauchenberger 

Koordination/Kunstvermittlung 
Mag. Christine Hollerer
Führungen auf Anfrage unter 
Tel. 711133 -25 bzw. 711133-29 

Weitere Programmpunkte im 
steirischen herbst 2001


herbst Parcours
"Kunst-übergreifend" 

Tanzperformance
Do. 18. 10., 17.00-19.00 Uhr; 18.30 Uhr

Kunstgespräch
mit Kurator Johannes Rauchenberger 
Fr. 26. 10., 15.00-17.00 Uhr

not.tour.no - die kunstnacht
Tanzperformance 
Sa. 20. 10., 20.30 Uhr