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Ja, die Zeit ändert viel...
Fian meets Nestroy
Charity-Veranstaltung des  KIWANIS-CLUB GRAZ 
Antonio Fian
geboren 1956 in Klagenfurt, lebt seit 1976 in Wien 
und kommentiert in unregelmäßigen Abständen 
das (in erster Linie) österreichische Kultur- und Geistesleben, wofür er 1990 den Österr. 
Staatspreis für Kulturpublizistik erhielt. Zahlreiche 
Publikationen, u. a. Hölle, verlorenes Paradies, Aufsätze Droschl 1996; Was seither geschah, Dramolette, Droschl 1998; Üble Inhalte in 
niedrigen Formen, Gedichte, Droschl 2000.

Johann Nepomuk Nestroy
1801 in Wien geboren, 1862 in Graz gestorben, Schauspieler, anfangs auch Sänger, leitete 
von 1854 bis 1860 das Carl Theater in Wien. 
Nestroy schrieb über 80 Stücke, u. a. Zu ebener Erde und Erster Stock (1835), Das Mädl aus der Vorstadt (1841), Einen Jux will er sich machen (1842), 
Der Zerrissene (1844), Der Unbedeutende (1846), Freiheit in Krähwinkel (1848). Seine letzten Werke Frühere Verhältnisse und Häuptling Abendwind 
wurden in Graz verfasst.

Johannes G. F. Nestroy
geboren 1958 in Wien, Johann Nepomuks 
Ururgroßneffe, arbeitet als Urologe in Graz. 
Verfasser einiger Dramulette sowie Buchautor des Steirischen Fast-Märchens Der Panther Theobald - Die denkwürdigen Erlebnisse an der Seite des 
Steirischen Wappentieres.


Antonio Fians Texte leben im ständigen Spannungsverhältnis zwischen Literatur und Wirklichkeit, seine Prosa bemächtigt sich in realistischer Manier der ganz konkreten Ereignisse, um sie unversehens zu Versatzstücken seiner literarisch-satirischen Absichten zu machen; er spielt mit der ganz alltäglichen Sensationsgier seiner potentiellen Leser, wirft ihnen Brocken um Brocken vermeintlicher Tatsachen als Köder hin, um sie schließlich in seinen raffiniert ausgelegten Textschlingen zu fangen und ganz der Fiktion auszusetzen.
Sehr beliebt sind Fians Dramolette, Lesedramen, die im Falter und Standard als Kommentare zum - vor allem kulturellen - Zeitgeschehen erscheinen, aber auch aufgeführt wurden, mit enormem Publikumszulauf, wie Peymann oder Der Triumph des Widerstands, weil sie mit sicherem Griff die Haltungen und Reden bekannter Personen dialogisch-szenisch auf kleinstem Raum rücksichtslos dermaßen auf die Spitze treiben, dass sie in ihrer plötzlichen Groteskheit mit einem Schlag offenbaren, was sie in Wahrheit sind und bedeuten. 
Im Zugriff auf die Wirklichkeit, in der Pointierung des Stoffes, in den Ironisierungsstrategien sind Parallelen zwischen Fian und Nestroy unübersehbar, jenem Johann Nepomuk Nestroy, der die Feenmärchen und romantisch-humoristischen Phantasiekomödien durch ein teils realistisch-satirisches, teils sozialkritisches Volkstheater ersetzte und damit wie ein Seismograph die gesellschaftlichen Entwicklungen seiner Zeit reflektierte, stets pendelnd zwischen Provokation und scheinbarer Angepasstheit.
Dialektischer Witz, scharfe Ironie, subtile Satire stehen bei ihm neben absurder, urwüchsiger Komik. Dabei arbeitet er oft mit mehrdeutigen, indirekten Anspielungen verbaler oder gestischer Art, um die Zensur zu umgehen. Das raffinierte Wechselspiel von Dialekt und (meist aufgesetzter) Hochsprache entlarvt nicht nur die Charaktere, bzw. deren soziale Herkunft und Befindlichkeit, sondern vereinigt sich bei Nestroy zu einer ungemein rhythmischen und präzisen Art von Kunstsprache, deren stärkste Aphorismen und Wortbilder als Zitate wieder in den Volksmund eingegangen sind.
Antonio Fian wird noch unveröffentlichte Texte präsentieren, Johannes G. F. Nestroy Texte von seinem und über seinen Ururgroßonkel Johann Nepomuk Nestroy lesen und auch Eigenes zu Gehör bringen. Musikalische Akzente setzt der Kiwanis-Stipendiant Nikolaus Newerkla.

      Nikolaus Newerkla
Auftritte in verschiedenen Ensembles und 
Besetzungen als Pianist und Cellist, sowie als 
Improvisator und Alleinunterhalter. Seit 1990 
zahlreiche Kompositionen, Stipendium des 
Kiwanis-Club Graz.

Die Bezeichnung Kiwanis ist indianischen Ursprungs und bedeutet: Wir finden Freude daran, aktiv zu werden.
Nach dem Motto "we build" versucht KIWANIS besonders dort zu helfen, wo der Staat und große Wohlfahrtsorganisationen zu schwerfällig reagieren.

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