Programm: Franz
Liszt:
Fünf Klavierstücke (1865-79)
Carlos Grätzer:
Enneagone (2001) UA
Christian Klein:
memorie spaziale.EinKlavierstück.(1998)
Franz Liszt:
Sonate h-moll (1853) |
"Mein Klavier ist für mich, was dem Seemann seine Fregatte, dem Araber sein Pferd -
mehr noch ... Meine Sprache, mein Leben." (FL)
Mit Franz Liszts großer h-moll-Sonate steht eines der ganz zentralen Klavierwerke des 19.
Jahrhunderts auf dem Programm: Kompositorisch strebt Liszt darin größtmögliche
Verdichtung an, so geht z. B. das musikalische "Material" der ganzen Sonate auf
einen ursprünglichen "Keim" zurück, wodurch die einzelnen Teile aufs engste
miteinander verknüpft sind. Auch stehen zarte lyrische Momente in einem ausgewogenen
Verhältnis neben den virtuoseren Passagen, die musikalische Dichte hebt das Werk deutlich
von den "artistischen", nur auf großen Effekt angelegten
"Zirkusnummern" des frühen Liszt ab. Deutlich "meditative",
eigentlich religiöse, verinnerlichte Züge tragen die Fünf Klavierstücke von 1865-79:
Eine Eigenart, die viele Werke des "späten" Liszts aufweisen, was aber nicht
weiter verwunderlich ist, denn er empfing 1865 die sogenannten niederen Weihen und lebte
als Abbé Liszt in Rom, Budapest und Weimar.
Die Werke von Liszt umrahmen zwei zeitgenössische Klavierstücke: Zum einen die
Uraufführung des in diesem Jahr entstandenen Stückes "Ennéagone" des 1956 in
Buenos Aires geborenen argentinischen Komponisten Carlos Grätzer, zum anderen
"memorie spaziale", ein Klavierstück des in Graz ansässigen jungen Komponisten
Christian Klein, in dem er sich einerseits kompositorisch auf die Proportionen der
Innenräume der längst zerstörten, größten romanischen Kathedrale CLUNY III bezieht,
gleichzeitig jedoch die allzu schnell herangezogene Parallelisierung/Analogie von
"zeitlichem" Raum und "räumlichem" Raum kritisch hinterfragt.
Michael Wendeberg
Geboren 1974, erster Klavierunterricht 1979. Wichtige Lehrer waren Jürgen Uhde, Bernd
Glemser
und Benedetto Lupo. 1990-93 je erste Preise beim Bundeswettbewerb Jugend Musiziert
in
Kammermusik-, Begleiter- und Solowertung. 1995 Mitglied der Deutschen
Studienstiftung.
1997 erste Preise beim Gieseking - Wettbewerb Saarbrücken und beim Internationalen
Musikwettbewerb Classica Nova (Grand Prix) in Hannover.
Seit 1994 Produktionen und Mitschnitte bei zahlreichen Rundfunkanstalten, solistische
Auftritte mit Orchestern in Deutschland (SWR, HR, Bamberger Symphoniker), der Schweiz,
Portugal, Mexiko und Frankreich. Im März 2000 2. Preis und Sonderpreis Zeitgenössische
Musik beim Internationalen Schubert - Wettbewerb Graz. Im Oktober 2000 Preisträger des
UNESCO - Wettbewerbs der
Union der Europäischen Rundfunkanstalten. Seit September 2000 Mitglied des Ensemble
InterContemporain. Mit diesem weltweite Konzerttätigkeit mit der Musik des 20.
Jahrhunderts. Intensive Zusammenarbeit mit Pierre Boulez und György Kurtág.
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