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Der Fluch nach Pierre Bourdieu
Interkulturelles Kaleidoskop & ISOP-Weltnacht
 "Wir legen hier Zeugnisse vor, die Männer und Frauen uns hinsichtlich ihrer Existenz und ihrer Schwierigkeiten zu existieren anvertraut haben. Wir haben sie in der vorliegenden Form zusammengestellt und präsentiert, damit der Leser ihnen einen verständnisvollen und verstehenden Blick schenkt...", so die einleitenden Bemerkungen Pierre Bourdieus zur monumentalen Studie Das Elend der Welt. Menschen, die sonst weder zu Wort kommen noch gehört werden, berichten über ihr gewöhnliches, konkretes Leben, ihre Hoffnungen und Frustrationen, Verletzungen und Leiden. Stammarbeiter und befristet Beschäftigte kommen ebenso zu Wort wie der alte Arbeiter in der neuen Fabrik und die intern Ausgegrenzten, oder auch der "Gastarbeiter" Abbas, der im Gespräch mit Abdelmalek Sayad seinen Lebensweg rekonstruiert. Abbas sieht den Ursprung seines Fluchs in der Auswanderung nach Frankreich, die "Scheidung von mir selbst": "Ich habe das erzählt, um dir verständlich zu machen, dass es eine Schande ist, Einwanderer zu sein ..., weil es immer jemanden gibt, der dir zu verstehen gibt ... Du solltest nicht hier sein, du bist überzählig hier, du bist hier fehl am Platz."
In ihrer Zusammenschau ergeben diese Lebens- und Gesellschaftsbilder "von unten" ein schonungsloses Röntgenbild der Gegenwartsgesellschaft, geprägt von zunehmendem Konkurrenzdruck, struktureller Arbeitslosigkeit, gesellschaftlicher Marginalisierung, verstärkt durch den schleichenden Rückzug des Staates und die zunehmende Deregulierung von Wirtschaft und Gesellschaft.

Für die Bruchlinien in unserer Gesellschaft zu sensibilisieren, ist das Anliegen dieser Benefizveranstaltung, deren Einnahmen in die Arbeit des Vereins ISOP zur Unterstützung von Flüchtlingen und MigrantInnen fließen.

Der bulgarische Schauspieler Krassimir Rangelov wird die Rolle des "Gast-arbeiters" Abbas spielen, entnommen dem Gespräch "Der Fluch" aus Pierre Bourdieus Das Elend der Welt, für das der bekannte Schauspieler Rudi Widerhofer die dramatische Einrichtung vornimmt.
Im Anschluss wird Deishovida bekanntermaßen weltoffen und feinsinnig aufspielen.

Interkulturell ist auch das Buffet angelegt, das von Weltklängen, die zum Tanz und lockeren Plaudern zwischen den Kulturen einladen, begleitet wird.
(Robert Reithofer)
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