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Ödön von Horváth
Szenische Lesung |
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Ödön von Horváth, als
Diplomatensohn noch in der Monarchie geboren, wird in seiner Bedeutung erst nach dem
zweiten Weltkrieg anerkannt. Über seine Jugend schreibt er: "Wir hatten weder Sinn
für Museen noch die Unsterblichkeit der Seele und als die Erwachsenen
zusammenbrachen, blieben wir unversehrt. In uns ist nichts zusammengebrochen, denn wir
hatten nichts. Wir hatten bislang nur zur Kenntnis genommen. Wir haben zur Kenntnis
genommen und
werden nichts vergessen."
Worte, die möglicherweise auch von heutigen Jugendlichen stammen könnten. Seine
Literatur hat jedenfalls immer wieder junge Leute angesprochen. Er versteht es meisterhaft
das Kleinbürgermilieu zu beschreiben und zu demaskieren und jenen Bodensatz aus
Sentimentalität und Brutalität zu beschreiben, dessen Bedrohlichkeit immer wieder zu
spüren ist.
Die szenische Lesung wird sich mit den Sportmärchen beschäftigen. Sie sind
skurril-verspielt und eine der wenigen Versuche, den Sport, das Unterhaltungs-mittel der
Massen im 20 Jahrhundert, literarisch zu meistern.
Die Bedeutung des Sports ist ungebrochen und Horváth nicht nur in dieser Hinsicht
aktueller denn je. Edith
Draxl |
Dramaturgie: Edith Draxl
Gelesen wird vom Minoriten Ensemble
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