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Ödön von Horváth
Szenische Lesung
13-2 Kopie.jpg (14479 Byte) Ödön von Horváth, als Diplomatensohn noch in der Monarchie geboren, wird in seiner Bedeutung erst nach dem zweiten Weltkrieg anerkannt. Über seine Jugend schreibt er: "Wir hatten weder Sinn für Museen noch die Unsterblichkeit der Seele – und als die Erwachsenen zusammenbrachen, blieben wir unversehrt. In uns ist nichts zusammengebrochen, denn wir hatten nichts. Wir hatten bislang nur zur Kenntnis genommen. Wir haben zur Kenntnis genommen – und
werden nichts vergessen."

Worte, die möglicherweise auch von heutigen Jugendlichen stammen könnten. Seine Literatur hat jedenfalls immer wieder junge Leute angesprochen. Er versteht es meisterhaft das Kleinbürgermilieu zu beschreiben und zu demaskieren und jenen Bodensatz aus Sentimentalität und Brutalität zu beschreiben, dessen Bedrohlichkeit immer wieder zu spüren ist.

Die szenische Lesung wird sich mit den Sportmärchen beschäftigen. Sie sind skurril-verspielt und eine der wenigen Versuche, den Sport, das Unterhaltungs-mittel der Massen im 20 Jahrhundert, literarisch zu meistern.

Die Bedeutung des Sports ist ungebrochen und Horváth nicht nur in dieser Hinsicht
aktueller denn je.

Edith Draxl



Dramaturgie: Edith Draxl

Gelesen wird vom Minoriten Ensemble

 



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