KULTURZENTRUM bei den MINORITEN   

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EDITORIAL

 

 

Willkommen zu unserem Frühjahrsprogramm! Der Wermutstropfen zuerst: Das internationale Tanztheaterfestival, das wir in den letzten Jahren immer im März mit großer Zustimmung ihrerseits durchgeführt haben, kann heuer leider nicht stattfinden. Die verantwortlichen Politiker konnten sich bislang nicht dazu entschließen, den Tanz auf eine Stufe zu heben, die in Graz endlich notwendig wäre. So bleibt als "heiliger Rest" für den geplanten "Oster-Tanz" am Palmwochenende "Raster 2" des Tanz Atelier Wien die neueste Choreographie von Sebastian Prantl.
Was beim Tanz aus Visionslosigkeit nicht gelingt, gelingt beim Grazer Osterfestival, wo das Kulturzentrum bei den Minoriten ein wesentlicher Standort für das heurige Programm ist. Franz Schubert, zeitgenössische Komponisten wie Gerd Kühr und die bildende Künstlerin Katja Krusche werden den Minoritensaal u.a. mit KlangKörperSpurenBild füllen. Johanna Doderer, der erfolgreichen Pathosfrau in der Neuen Musik, ist ein Portraitkonzert gewidmet. Improvisionisten aus Graz kommen in "As it is" zur Aufführung. Die Schiene "Literatur für junges Publikum" wird mit Thomas Bernhard, Ödön von Horváth und Karl Kraus erfolgreich fortgesetzt. Die "himmlische Sondierbohrung nach Erkenntnis", der Turmbau am Eisernen Tor Ende April, ist der Auftakt für das Projekt ChinA (Schweiz in Österreich), das im Mai vor allem im Theaterbereich stark präsentiert werden wird.
"Erkenntnis aus Sinnlichkeit" steht dagegen in einem hochkarätigen Symposium mit Rudolf zur Lippe, Elisabeth von Samsonow u.a. im Mittelpunkt des Wissenschaftsprogramms, dem ein Workshop im Museum der Wahrnehmung mit dem Autor des Klassikers "Sinnenbewusstsein" angeschlossen ist. Ende März startet die Vorstellung des Projekts "interkulturelle Philosophie", zu dem wir Sie herzlich zu einem Philosophentag einladen.
Und schließlich ein besonderer Hinweis: Lange bevor beim neugetauften Galerientag "aktuelle kunst in graz" Klaus Schuster in einer Installation im Stiegenaufgang zum Minoritensaal das Verhältnis von Virtualität und Barock erproben wird, eröffnet LH Waltraud Klasnic am 14. März die große Personale über das Spätwerk eines der bedeutendsten Maler der Steiermark, Hannes Schwarz, der am letzten Tag der Ausstellung seinen 75. Geburtstag feiert. Ein umfangreiches Vermittlungsprogramm, das besonders auch an die Schulen gerichtet ist, möchte diese Bildwelt, die ich gerade für die unmittelbare Gegenwartserfahrung für äußerst aktuell halte, erschließen.
Wir freuen uns sehr, Sie willkommen zu heißen!

Johannes Rauchenberger