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Literatur aus Pècs Kooperationspartner:
transLOKAL - Literatur aus europäischen Städten
Kulturamt der Stadt Graz
Graz - Kulturhauptstadt Europas 2003
Cultural City Network
Literaturzeitschrift Lichtungen
Collegium Hungaricum - Ungarisches Kulturinstitut
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ungarischen Literaturverlage, der Jelenkor-Verlag, hat seinen Sitz nicht in Budapest,
sondern im südlichen Pécs (Fünfkirchen): Darüber darf man sich, zumindest solange man
Pécs nicht kennt, gewiss wundern - widerstehen doch gerade die besten Leute selten dem
Sog einer solch dominierenden Hauptstadt. Mit Pécs allerdings hat es anscheinend eine
besondere Bewandtnis, denn in seiner Geschichte gab es quasi immer schon einen höheren
Kulturstand als die nüchternen soziologischen Fakten vermuten lassen würden, erklärt
Gábor Csordás, der erfolgreiche Leiter des genannten Verlags und gibt zu bedenken, dass
die traditionelle Nähe zum südeuropäisch-meridionalen Kulturraum sicherlich nicht ohne
Auswirkungen geblieben ist. Offenbar hat sich zudem alles immer so gefügt, dass in
historisch schwierigen oder bedeutsamen Zeiten in Pécs Menschen wirkten, die ein
Abrutschen ins Provinzielle zu verhindern wussten.
Jedenfalls muss, wer ein literarisches Porträt dieser Stadt zeichnen will, weit ausholen,
denn schon zu Zeiten des Humanismus finden sich Reflexe ihres eigentümlichen Charakters
im Werk des Janus Pannonius, und in unserem Jahrhundert sind einige der größten Namen
der ungarischen Literatur mit ihr verbunden. Sogar in den kommunistischen Jahren bewährte
sich ihre Kraft, als Pécs eine Zeitlang den jungen Autoren und Intellektuellen, denen das
Pflaster in Budapest unerträglich geworden war, gewissermaßen Asyl bot: eine innere
Emigration der anderen Art. (Gerhardt Csejka) |
der Himmel ist ohne Stufen -
so nicht ohne Relation
an ihm hängen Verhältnismäßigkeiten
wie Wattewolken am Weihnachtsbaum
der Himmel ist dünnes
leichtes Wasser wo Flossen und Kiemen
nicht reichen
nur Knochen mit Luft gefüllt
und Federn aus Horn -
der Himmel ist voller Leere
und Gravitation
1998
(Robert Becker)
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Gábor Csordás
Lyriker, Essayist, literarischer Übersetzer und Verleger, Studium der Medizin, zehn Jahre
lang in der Hirnforschung tätig, Chefredakteur der Zeitschrift Jelenkor, 1989 Gründung
des Jelenkor-Verlages, dessen Direktor er ist.
Károly Méhes
Lebt als Schriftsteller und Journalist in Pécs. Debüt mit Lyrik 1988 in Jelenkor.
Etliche Veröffentlichungen, u. a. "Meddig él egy fénykép?" ("Wie lange
lebt ein Lichtbild?") Erzählungen 1994; "Csontválogatók kézi
könyvecskéje" ("Handbüchlein für Knochensortierer") Kurzprosa und
Gedichte 1996, "Az álomé lett" ("Dem Traum
anheimfallen") Kurzprosa und Zeichnungen 1999.
Robert Becker
Geboren 1970, lebt als Rundfunkreporter in Pécs. Studium der Germanistik und Theologie.
Veröffentlichungen in deutscher und ungarischer Sprache in Zeitschriften und Anthologien.
Sein Erstlingsband "Faltertanz" erschien 1997 im Budapester Verlag des Verbandes
Ungarndeutscher Autoren und Künstler (VUdAK).
Gerhardt Csejka
Literaturkritiker, literarischer Übersetzer, Publizist. Seit Herbst 1992 Herausgeber der
osteuropäischen Literaturzeitschrift in deutscher Sprache Neue Literatur,
Zeitschrift für Querverbindungen.
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