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MINORITEN GALERIEN GRAZ

Kunstpreis der Diözese Graz-Seckau

für zeitgenössische Bildende Kunst 1999

 

 

 

 

MUNTEAN / ROSENBLUM: "Jugendkultur und eine Art Metaphysik des Leibes"

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Die Künstler sind anwesend.
Kuratoren:
Johannes Rauchenberger/

Alois Kölbl
 

steirisc[:her:]bst

Living Sculpture zu: “WHY DIE?”
Eröffnung durch

Dr. Rainer Fuchs, MMK Wien

"..Knien aus Angst oder Furcht, das ist etwas, was ohnehin bei jedem Menschen da ist. Das sind kollektive Codes, die in unseren Köpfen herumgeistern, und wir verbinden das sofort mit Religion. Aber für mich hat das nicht unbedingt etwas damit zu tun. Es geht um diese großen Emotionen, und die sind halt immer da. Man muß nicht religiös sein um sie zu erkennen. Auch die Religion bedient sich nur des Pathos - der Pathos ist der Religion vorgängig! (Adi Rosenblum im Interview mit Achim Hochdörfer)

     

 

 

"Muntean/Rosenblum", ist nicht nur eine Art Trademark des unkonventionellen Umgangs mit unterschiedlichsten Inhalten im Kontext Kunst, sondern auch ein Beitrag zur Schärfung eines "kulturellen Bewußtseins": Emotionalisierung des Zielpublikums, der Umgang mit Sehnsucht und Leidenschaft, das Wecken menschlicher Regungen und Betroffenheit - all diese Strategien einer coolen Reklamegeneration sind das Fahrwasser, in dem der Grazer Markus Muntean und die gebürtige Israelin Adi Rosenblum ihre Kunst machen: Um diese Art von "Jugendkultur" zu zeigen, verwenden sie überdimensionierte Comiczeichnungen (oder vielmehr kennt man diese Art von Malerei noch aus Sektenzeitschriften), setzen darunter in der lingua franca der Jugendkultur, "die im Grunde auf der ganzen Welt gleich ist" (Adi Rosenblum) Weltentwürfe, wie man sie von Teenagern kennt: Idealvorstellungen, die platzen müssen, Einsamkeitsbekundungen zu schnell gewachsener, gelangweilter, von den Ansprüchen des Lebens entkräfteter junger Menschen. Dazu kommen performative Skulpturen, die ihre formale Idee einer Mischung einer Playmobil-Ästhetik und Versatzstücken von christlicher Ikonografie verdanken, wie die Pathosformeln von Barockfiguren oder Wundmalen von Heiligen.
"Kulturelles Bewußtsein" wird zu einer Art einer "Metaphysik des Leibes" (Beatrix Ruf), bestehend aus Horror, Verliebtheit, Ratlosigkeit, Unendlichkeitssucht, Verzückung und Verzweiflung, künstlerisch gestaltet mit einem Repertoire von Giotto bis hin zur heutigen Werbeästhetik.
(Johannes Rauchenberger)